Die Geschichte unseres Vereins

Gründung und Anfänge in Nordenham

Das hätten sich die Herren Julius Engler (Ingenieur bei den Norddeutschen Seekabelwerken), Apotheker Richard Erdmann (damals und heute Victoria Apotheke), Carl Noetzold (Bankvorsteher der damaligen "Deutschen-National-Bank" - heute Oldenburgische Landesbank), Friedrich Haller (Kaufmann) und Dr. med. Rudolf Schilling nicht träumen lassen, dass der von ihnen ins Leben gerufene Tennisklub auch nach über 100 Jahren noch exisitert. An einem kalten, verregneten Winterabend des Jahres 1906 trafen sich die fünf geannten Herren am Stammtisch der Gastwirtschaft "Börse" (später "Rehme" - heute "Schneider-Optic") und fassten den Entschluss, einen Tennisverein mit einem Platz zu gründen. Mit der Landgemeinde Atens, die 1908 durch eine großherzogliche Verordnung zur Stadt Nordenham erhoben wurde, war man sich rasch einig. Die Gemeinde stellte kostenlos ein geeignetes Gelände im damals bereits existierenden Friedeburg-Park zur Verfügung und mittels Anteilsscheinen von interessierten Bürgern konnte im Frühjahr des Jahres 1907 ein Platz mit offenem Aufenthaltsraum und zwei kleinen Umkleidekabinen gebaut werden. Am 28. August 1907 fand die erste Mitgliederversammlung des "TK Atens Nordenham" statt und die Herren Haller, Engler und Noetzold wurden die Gründungsvorstandsmitglieder. Der Tag dieser konstituierenden Versammlung ist auch der Gründungstag des TKN. Friedrich Haller war der erste Präsident des Klubs.

Was war die Absicht dieser Gründung? Man wollte einen zur damaligen Zeit seltenen und exklusiven Sport betreiben. Es gab noch keinen Gottfried von Cramm und keinen Boris Becker - beide Lichtgestalten des Tennis - die zu ihren Zeiten Scharen von Tennisfans anlockten. Man wollte mit Freunden und Gleichgesinnten unter sich sein und aus diesen Motiven heraus begann man mit Familientennis ohne Wettbewerbe mit anderen Vereinen.

Mit der zunehmenden Industrie Nordenhams änderte sich diese Anfangslage entscheidend, weil mit dem  Zuzug von Menschen nach Nordenham auch der Zuwachs von guten Tennistalenten einherging. Durch den Aufstieg der bereits im Jahre 1899 gegründeten Norddeutschen Seekabelwerke durch die Gründung der Midgard DSAG und des Bauunternehmens Herdejürgen und Harmsen, durch die Gründung der Metallwerke Unterweser (heute „Metaleurop Weser GmbH“ und „Xtrata Zink GmbH“) sowie der Superphosphatfabrik im Jahre 1906 und durch die Entstehung der „Visurgis“-Heeringsfischerei im Jahre 1907 waren so viele Interessenten am damals noch recht seltenen Tennissport vorhanden, dass der eine Platz im Friedeburg-Park nicht mehr ausreichte. Es war der damalige Direktor der „Midgard“, Fritz Seedorff, der sich für die Gründung eines zweiten Tennisvereins in Nordenham stark machte und gemeinsam mit dem Inhaber des Hotels „Zum Erbgroßherzog von Oldenburg“ gegenüber des heutigen Midgardgebäudes  an der Hafenstraße auf dem Gelände hinter dem Hotel einen Zementplatz anlegte. Der neue Verein erhielt den Namen „Tennisverein Unterweser zu Nordenham“. Die besseren Spieler gehörten damals zweifellos diesem Verein an, denn das erste Tennisturnier Nordenhams gegen einen auswärtigen Verein fand im Jahre 1912 gegen den „Bremer Tennisklub von 1912“ statt. Es folgten Freundschaftsspiele mit dem Tennisklub in Atens  und man spielte gegenseitig als Gäste auf  beiden Plätzen. Als im Jahre 1913 das Hotel „Zum Großherzog“ in Konkurs ging, musste auch der Tennisplatz aufgegeben werden. Deshalb wurden im Jahre 1914 beide Vereine zusammengelegt: Unter dem Namen „Tennisklub Nordenham von 1907 e.V.“ und mit den Klubfarben blau und weiß wurde der Klub neu gegründet. Es bestand gleichzeitig die Absicht, eine Erweiterung der Anlage im Friedeburgpark durchzuführen.

Der erste Weltkrieg und der Neuanfang

Dann aber kamen der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise. Der Spielbetrieb und der Expansionsdrang wurden abrupt gebremst. Die Menschen hatten andere Gedanken, als sich mit Tennisspielen zu beschäftigen und erst im Jahre 1923 konnte mit dem Bau eines neuen, zweiten Platzes begonnen werden. Möglich war das nur durch die Eigenleistung von Tennisspielern. Von dieser Zeit an zieht sich die solidarische Eigenleistung wie ein roter Faden durch die über 100-jährige Geschichte des Klubs, der unter Einsatz von Eigenarbeit und privaten finanziellen Leistungen den für die jeweilige Zeit notwendigen Fortschritt in der Weiterentwicklung gewährleistete. 1925 wurde der erste Tennistrainer engagiert. 1931 wurde das heute noch existierende Klubhaus aus Holz errichtet. Die Turnierspieler brachten dem Klub durch systematisch betriebenes Training viele Erfolge im Wettbewerb mit auswärtigen Vereinen. Der Ruf des TK Nordenham in der überregionalen Tennisszene war enorm angestiegen und wurde durch den Zustrom von Spielern, die in Nordenham und Umgebung beruflich Fuß fassten, begünstigt. 1927 wurde die „Tiefbau AG Unterweser“ gegründet und  1935 begann „Weserflug Einswarden“ (später Airbus Deutschland, heute Premium Aerotek) mit der Produktion von Flugzeugen auf dem Gelände der ehemaligen Frerichs Werft AG.

In den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg beschränkten sich die Wettbewerbe auf die alljährlich ausgetragenen Vereinsturniere und Wettkämpfe mit befreundeten Vereinen aus Bremen, Bremerhaven, Oldenburg, Varel und Wilhelmshaven. Als im Jahre 1925 der „Weser-Jade-Kreis-Tennisverband“ gegründet wurde, begann eine wesentliche Belebung der Turnierspiele im nordwestdeutschen Raum. Im Jahre 1928 errang der TKN  die Mannschaftsmeisterschaft des genannten Tennisverbandes und erhielt den vom Norddeutschen Lloyd gestifteten „Columbus-Wanderpreis“. Die gesamte Turniermannschaft stand damals auf einem hohen Spielniveau.

gemischte TKN-Mannschaft 1929

Das Jahr 1921 brachte dem TKN aber noch weitere bemerkenswerte Erfolge. In Osnabrück wurden die Mannschaften der Tennisklubs Hamm, Bad Oeynhausen und Minden geschlagen. Damit wurde der TKN Sieger des damaligen so genannten  „Nordkreises“. Im darauf folgenden Turnier gegen den Sieger des „Südkreises“ gelang dem TKN der Triumph  durch den Sieg über die Dortmunder Tennisgesellschaft. Es folgten im Jahre 1931 drei Siege gegen den „Geestemünder Tennisverein von 1905 e.V.“ und damit konnten die Nordenhamer den dafür ausgegebenen Wanderpreis endgültig mit nach Hause nehmen. Ebenso wurden Turniere gegen TV Werder Bremen und den Bremer Tennisklub von 1912 gewonnen. Ein Wanderpokel für die Klubkämpfe zwischen den drei Vereinen wurde 1938 gewonnen und im Jahre 1939 kam Nordenham in die Schlussrunde der Gaumeisterschaft (Medenspiele Klasse B) und war bereits für die Aufstiegsspiele in die Ligaklasse ausgelost.

Das „Dritte Reich“, der Zweite Weltkrieg und wieder ein Neuanfang

Die NS-Zeit brachte auch dem Tennisklub Nordenham – wie vielen anderen Vereinen – mit den Zwangsmaßnahmen der NSDAP keine positiven Impulse und der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte die Austragung aller weiteren Wettbewerbe. Viele Turnierspieler wurden einberufen und mancher kehrte nicht zurück. Nach dem Kriegsende hat darüber hinaus der größere Teil der erfolgreichen Turnierspieler infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse Nordenham verlassen. Der TKN war daher gezwungen, in der Nachkriegszeit zu versuchen, eine vollständig neue Mannschaft aufzubauen.

Zunächst aber brachte die Beendigung des Krieges im Sommer 1945 dem TKN die Beschlagnahme der Anlage und die Sperrung für alle Spieler durch die amerikanische Besatzung. Als die amerikanischen Einheiten endlich abzogen, war das Klubhaus weitestgehend zerstört, die technische Ausrüstung entwendet und die beiden Plätze durch mangelnde Pflege ruiniert. Das Verbot zum Tennisspielen musste durch eine offizielle Freigabe des Klubvermögens sowie durch eine Neuanmeldung bei den damaligen Behörden wieder aufgehoben werden. In dieser Zeit waren es Fritz Lenz, der mit unermüdlichem Elan gemeinsam mit seinem Vorgänger Alfred Jänichen und seinem Nachfolger Fritz Rieland sowie viele andere hier nicht genannte Mitglieder, die sich um den Klub kümmerten, die Dinge voranbrachten, und neues Leben im Tennisklub entwickelten.

Dann kam die Währungsreform mit dem wirtschaftlichen Neuanfang des deutschen Volkes und dem Wiederaufleben des Tennisbetriebs. Für die große Zahl aktiver Mitglieder reichten die beiden vorhandenen Plätze bald nicht mehr aus. Die Stadt stellte nach langen Verhandlungen schließlich ein geeignetes Gelände zur Verfügung, sodass im Jahr 1952 durch den Vorsitzenden Erich Eilers (Direktor der Midgard DSAG) die Einweihung des dritten Platzes vorgenommen werden konnte.

Seit dieser Zeit des Neuanfangs hat sich der TKN besonders für die Jugend als sportliche und kameradschaftliche Zufluchtstätte erwiesen. Eine wachsende Anzahl von Jugendlichen benutzte den Klub als Hort und Heimat und viele von ihnen wurden ausgezeichnete Tennisspieler. Die Jugendwarte Fritz Tatje, Wout Wolters, Bruno Jurisch und Lutz Brandes kümmerten sich mit großer Begeisterung um die sportliche Ausbildung der jungen Talente. Die Randlage Nordenhams brachte es aber leider auch mit sich, dass die heranwachsende, gut trainierte Jugend im Zuge ihrer Ausbildung und Berufsvorbereitung Nordenham verlassen musste und während des Studiums in anderen Vereinen weiterspielte. Insofern war der TKN immer eine gute Schmiede für den Nachwuchs in auswärtigen Tennisklubs.

Ab 1950 beteiligte sich der Klub im Bereich des Tennisverbandes Nord-West mit Sitz in Bremen an den „Kleinen Medenspielen“(für Herren), später auch an den „Kleinen Poensgen-Spielen“ (für Damen) und den „Kleinen Henner-Henkel-Spielen“ (für Jungen).

In dieser Zeit gab es noch keine Tennishallen in Nordenham. Es wurde nur in der Sommersaison Tennis gespielt. Durch die Vermittlung der Stadt Nordenham gelang es dem Verein, beim ehemaligen Kasino Einswaren der damaligen Weser-Flugzeug-Werke  (später VFW, Airbus bzw. Premium Aerotek) eine Halle mit einem Betonfußboden zur Verfügung gestellt zu bekommen, in der fortan während der Wintermonate, jeweils an den Wochenenden, die Erwachsenen und die jugendlichen Spieler auf einem Platz trainieren konnten, um ihre in den Sommermonaten erworbene Kondition zu erhalten.

Am 28. August des Jahres 1957 feierte der TKN sein 50-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsturnier gegen den Braker Tennisverein und einem Festabend in der damaligen Strandhalle (heute Weserterrassen). Der anlässlich dieses Turniers gestiftete Pokal wurde zwischen den beiden Vereinen Nordenham und Brake fortan in jedem Jahre ausgespielt und es gelang dem TKN nach drei aufeinander folgenden Siegen, diesen Pokal endgültig mit nach Hause zu nehmen. Die Kreiszeitung Wesermarsch stiftete 1961 daraufhin einen neuen Pokal, für den die gleichen Bedingungen festgelegt wurden. Auch diesen Pokal konnten die Nordenhamer nach dreimaligem Sieg gegen den Braker Tennisverein für sich beanspruchen.

Der Niedersächsische Tennisverband - Die sportlichen Aktivitäten bis 1982

Im Jahr 1962 wählte der TKN die Mitgliedschaft zum Niedersächsischen Tennisverband Hannover, der im Gegensatz zum Tennisverband Nordwest in Bremen besser die Interessen der niedersächsischen Vereine vertreten konnte. Im Zusammenhang mit diesem Wechsel ergaben sich für die Turnierspieler des TKN im Rahmen der Verbandsmeisterschaften neue Gegner und wesentlich mehr Wettkämpfe. Zunächst beteiligten sich die Nordenhamer Mannschaften an den so genannten „Kleinen Meden-Spielen“, den „Kleinen Schomburgk-Spielen“ (für Senioren), den „Kleinen Henner-Henkel-Spielen“ sowie an den „Kleinen Cilly-Aussem-Spielen“ (für Mädchen). Nach einigen Jahren kamen außerdem die „Kleinen Poensgen-Spiele“ hinzu, für die während mehrerer Jahre keine Mannschaft zur Verfügung gestanden hatte. Vom Jahre 1964 an nahmen die Jugendlichen ebenfalls an den Meisterschaften des Bezirks Oldenburg im NTV teil.

Der immer freundschaftlich sportliche Wettkampf zwischen den Herren der Vereine  Nordenham (TKN) und Brake (BTV) wurde mit einem „Midgard“-Wanderpokal seit 1964 unter den gleichen Bedingungen wie in den Jahren zuvor fortgesetzt.

Im Jahre 1965 wurde für die Mitglieder eine neue Turnierart eingeführt, nämlich das Ehepaar-Turnier, das seitdem in jedem Jahre zwischen den Ehepaaren ausgetragen wurde und neben den Vereins- und Jux-Mixed-Turnieren zu einer festen Tradition im sportlichen Geschehen wurde.

Der Erbbauvertrag

Seit dem Bestehen des Tennisklubs bestand kein rechtliches Verhältnis zur Stadt Nordenham in Bezug auf die Nutzung des Geländes im Friedeburg-Park. Daher schloss der Verein im Jahre 1968 mit der Stadt einen Erbbauvertrag ab, der  am 9. Juli 1968 ins Grundbuch beim Amtsgericht Nordenham eingetragen wurde und den Fortbestand der Tennisanlage an ihrem jetzigen Standort bis zum 31.12.2017 sicherstellt.

Die Hartplatz-Ära

In der Zeit von 1951 bis zum Jahre 1970 vertrat Direktor Erich Eilers (Midgard DSAG) die Interessen des Klubs als 1. Vorsitzender, obwohl er kein aktiver Tennisspieler war. Er war der so genannte “ehrenamtliche Schirmherr“, dessen lange Amtszeit nur deswegen möglich war, weil Mitglieder wie Alfred Jänichen (bis 1958), Rudolf Spohr (bis 1964), und Erwin Bock (bis 1970) sowie Emil Springer (bis 1982) die operative Arbeit mit großem Einsatz übernahmen. Im Jahre 1970 übernahmen  dann Jürgen Zinn als Erster und Helmut Schmidt als Zweiter Vorsitzender die Interessenvertretung des Klubs. In dieser Zeit wuchs der Wunsch, einem damals modernen Trend zum Bau von so genannten „elastischen Hartplätzen“ nachzugehen, um die Spielzeiten zu erhöhen. Hartplätze mit einem festen Belag aus „Porplastik“ waren deswegen in Mode gekommen, weil sie pflegeleichter, wasserdurchlässig und daher  fast immer bespielbar waren. Unter Installierung einer Flutlichtanlage, bei der die damalige Firma „Radio Brandes“ mit seinem Inhaber Willi Brandes wertvolle und uneigennützige Mitarbeit geleistet hatte, konnte die neue Anlage am 28. Mai 1971 offiziell eingeweiht werden. Sehr oft wurde fortan der Spielbetrieb, der sich bislang in den wenigen Nachmittags- und Abendstunden zusammengedrängt hatte, bis weit in den Abend hinein ausgedehnt werden. Obwohl sich damit die Durchführung des allgemeinen Spielbetriebs wesentlich verbesserte, blieb indessen der Bedarf an zusätzlichen Plätzen bestehen, weil die Anzahl der aktiven Mitglieder inzwischen sehr stark angewachsen war.

Der bereits erwähnte „Midgard“-Pokal ging im Jahre 1970 nach wechselvollen Siegen durch Brake und Nordenham endgültig nach Nordenham und wurde von der „Midgard“ im Jahre 1971 erneuert. Im gleichen Jahre stiftete das verdiente Vereinsmitglied Willi Brandes einen weiteren Pokal (den „Expert-Pokal“), um den in Zukunft die Senioren von Brake und Nordenham kämpfen sollten. Dieser entwickelte sich schon bald zu einem richtigen Wanderpokal, da die beiden Mannschaften annähernd gleich stark waren und nach dreimaligem Sieg mal von dem einen oder dem anderen Verein nach Hause getragen wurde, worauf Willi Brandes einen neuen Pokal stiftete, damit die Tradition der Wettkämpfe fortgesetzt werden konnte.

Aufgrund der großen Anzahl von aktiven Spielerinnen und Spielern nahm der Verein an allen Tenniswettbewerben, die vom NTV angeboten wurden, teil, so zum Beispiel an den Jugendmeisterschaften auf Bezirks- und Kreisebene, den Kreismeisterschaften für Damen, Senioren und Seniorinnen sowie an den Kleinen Schomburgkspielen für Seniorinnen (Aufstieg der Mannschaft bis in die Verbandsliga). Im Jahre 1970 stiftete die Firma „Kronos Titan GmbH“ einen Pokal für ein internes Damen-Doppel-Turnier – ein Wanderpokal, der als Anreiz insbesondere für die schwächeren Damen gedacht war. Um diesen Pokal wurde jahrelang eifrig gekämpft, was den freundschaftlichen Zusammenhalt unter den teilnehmenden Damen positiv beeinflusste.

Die Vögehaus-Ära

Jeder aktive Tennisspieler aus den 70er Jahren erinnert sich an den alten Herrn, der auf dem Gartengrundstück, angrenzend an Platz 3, auf seiner Gartenbank saß und dem Spielbetrieb zuschaute, in seinem großen Gemüsegarten arbeitete und – wenn er gute Laune hatte – die auf sein Grundstück verirrten Tennisbälle zurückreichte. Nach getaner Arbeit zog er sich in  sein reitgedecktes kleines Haus an der Oldenburger Straße zurück. Die Rede ist von August Vöge, der im Herbst 1975 verstarb. Es gelang Helmut Schmidt als damaligem Ersten Vorsitzenden und seiner Vertreterin Friedel Springer (die übrigens bis zum 90ten Lebensjahr fast täglich Tennis spielte) in Verhandlung mit den Vöge-Erben, das Grundstück inklusive Wohnhaus aus dem Jahre 1764 für den TKN zu erwerben. Damit wurde der Weg frei gemacht für zwei weitere Plätze  und einem kleinen, aber charmanten Klubhaus – ein Meilenstein in der Entwicklung des TKN. Die Bauarbeiten auf diesem neu erworbenen Grundstück wurden Anfang 1977 in Angriff genommen und die neuen Plätze – ebenfall mit „Porplastik“-Belag – konnten mit einer Erweiterung der vorhandenen Flutlichtanlage bereits am 10. Juni 1977 eingeweiht werden. Mit diesem wichtigen Entwicklungsschritt waren die seit vielen Jahren bestehenden Engpässe bei der Abwicklung des allgemeinen Spielbetriebs und der vielen Turniere aus dem Weg geräumt.

Seniorinnen der Altersklasse II behaupten ihren Platz in der Landesliga

Nachdem der Sportverein Nordenham 1977 eine Tennishalle mit Freiplätzen gebaut hatte, bekamen die Mitglieder des TKN die Möglichkeit, in den Wintermonaten – neben dem bereits erwähnten Training in der VFW-Halle (Kasino) in Einswaren – in begrenztem Umfang auch in der SVN-Halle zu spielen.

Das kleine reitgedeckte Wohnhaus der Familie Vöge aus dem 18. Jahrhundert, das „Vögehaus“, wurde in liebevoller Eigenarbeit umgebaut, renoviert und als Klubhaus in das Vereinsleben einbezogen. Unter der Leitung des leider viel zu früh verstorbenen 2. Vorsitzenden, Gotthard Nossek, gestalteten handwerklich veranlagte Tennisspieler mit verhältnismäßig einfachen Mitteln das Innere des Hauses derart um, dass ein sehr gemütliches, für die Zwecke des Klubs und seiner Mitglieder bestens geeignetes Vereinsheim entstand, das am 16. Dezember 1978 seiner Bestimmung feierlich unter der Leitung des Ersten Vorsitzenden Georg Krahn übergeben wurde.

1982 – im Jahr des 75-jährigen Bestehens des Tennisklubs – hatte der Verein 8 Mannschaften beim NTV angemeldet:

  •   Herren in der Kreisliga
  •   Damen in der Bezirksklasse
  •   Senioren I in der Bezirksliga
  •   Senioren II in der Bezirksliga
  •   Seniorinnen in der Verbandsliga
  •   Junioren A in der Bezirksklasse
  •   Junioren B in der Kreisklasse
  •   Juniorinnen B in der Kreisklasse
Senioren des TKN 1982

Wie in den Vorjahren wurden daneben die vielen bereits erwähnten internen Turniere und Freundschaftsspiele ausgetragen. Neue Mitglieder konnten zu dieser Zeit durch diese sportlichen Tätigkeiten zuhauf in den Verein integriert werden.

Im Jahre 1981 übernahm Dr. Folkert von Lindern die Präsidentschaft des Klubs und führte mit seinem Stellvertreter Hergen Auffarth (bereits seit 1979 Zweiter Vorsitzender) neben den Aktionen „Tennis zum Kennenlernen“ und „Ferienpass“ zur Mitgliederwerbung den Arbeitsdienst für jedes aktive Mitglied zwecks Verbesserung der Finanzlage, der besseren Pflege der Tennisanlage und im Interesse des inneren Zusammenhalts der Mitglieder ein. Auch der freie Spielbetrieb wurde in diesem Jahre eingeführt und sollte der Integration von Anfängern, Turnierspielern und Nicht-Turnierspielern dienen. Durch diese Aktionen konnte die Mitgliederzahl bei Jugendlichen und Erwachsenen deutlich erhöht werden.

An dieser Stelle muss von einer Persönlichkeit berichtet werden, die seit dem Jahre 1982 ununterbrochen in ehrenamtlicher Funktion wertvolle Arbeit für den Klub leistete: Karl Brandau kam im Dezember 1980 als Dipl.-Handelslehrer an die Berufsschule in Nordenham. Der gebürtige Hesse, der eigentlich von Hause aus Fußballer ist, trat im Sommer 1981 dem TKN bei. Während seiner Studienzeit in Göttingen sammelte er Erfahrung als Jugendwart im heimatlichen Fußballverein SV Eintracht Solz. Daher war es naheliegend, dass er im Jahre 1982 den neu geschaffenen Posten des stellvertretenden Jugendwartes unter dem damaligen Jugendwart Bruno Jurisch übernahm.

Friedel Springer, erstes Ehrenmitglied des TKN

Das 75-jährige Jubiläum feierte der TKN am 28. August 1982 mit einem Festball in der Friedeburg und am 29. August mit einem Jubiläumsturnier, das von ehemaligen Mitgliedern, die Nordenham verlassen hatten, ausgetragen wurde.

Das Ende der Allwetterplätze

Die einst hochgelobten Allwetterplätze nach dem Prinzip „Porplastik“ (wasserdurchlässig und elastisch) hielten auf Dauer nicht das, was man sich von ihnen versprach. Im Laufe der Jahre ließ die Wasserdurchlässigkeit durch die Einwirkung der grünen Umgebung des Friedeburg-Parks nach und die Oberfläche litt unter der Einwirkung von Sonne und Frost. Die Elastizität wich einer unzumutbaren Härte für die Kniegelenke der Tennisspieler und unter der Leitung von Johannes Schöckel als Vorsitzenden sowie seinen Vertretern Gerhard Bartel und Gerd Wölbling wurden alle fünf Plätze im Jahre 1984 in Rotgrandplätze verwandelt (Kosten: 86.000 DM). Damit wurde auch der von allen deutschen Tennisvereinen anerkannte Standard für turnierfähige Plätze erreicht.

Tennis- und Squashhalle mit Restaurant

Bereits im Jahre 1986 begann der Vorstand unter der Leitung von Johannes Schöckel erneut mit den Planungen zur Verwirklichung einer Tennishalle. Der aktuelle Grund hierfür war die Aufgabe des auf dem direkten Nachbargrundstück angesiedelten Kamera-Herstellers  „Vredeborg“ im Jahre 1986. Leider mussten diese Pläne bald wieder auf Eis gelegt werden. Was war geschehen? Das brach liegende ehemalige Vredeborg-Gelände erschien mit seinen ca. 2000 m²  für den Bau einer TKN-Tennishalle optimal. Es wurde eine Bauvoranfrage an die Stadtverwaltung gestellt, weil für das Gebiet des Carl-Zeiss-Weges kein Bebauungsplan vorlag. Aufgrund des Einspruchs eines einzelnen Anwohners des Carl-Zeiss-Weges wegen eventueller Lärm- und Lichtemissionen musste die Bezirksregierung als übergeordnete Genehmigungsbehörde eingeschaltet werden. Diese entschied, dass keine Aussicht auf eine Genehmigung bestehe, weil das geplante Bauobjekt zu groß erschien. Die Verhandlungen, die daraufhin mit der Stadt geführt wurden, zogen sich derart in die Länge, dass das Vredeborg-Gelände inzwischen an einen anderen Interessenten veräußert wurde.

Im Jahr 1990 wurde der Vorstand neu gewählt. Marinus Timmermanns und sein Stellvertreter, Gerd Hirche, der gleichzeitig den Posten des technischen Fachwartes besetzte, übernahmen das Ruder. Nachdem die Bemühungen zur Errichtung einer Tennishalle auf dem ehemaligen Gelände der „Vredeborg“ aufgegeben werden mussten, richteten sich nun die Planungen auf ein gemeinsames Unternehmen mit dem Blexer Turnerbund, der ebenfalls an einer Halle interessiert war. Entsprechende Verhandlungen mit dem BTB verliefen jedoch ergebnislos. Gespräche mit der Stadt Nordenham hinsichtlich eines Hallenstandortes in der Nachbarschaft der SVN-Halle verliefen ebenso erfolglos wie Verhandlungen mit den städtischen Vertretern hinsichtlich finanzieller Zuschüsse, wie sie z.B. für den Bau der SVN-
Tennishalle gewährt wurden. Es gelang Timmermanns, die Mitglieder davon zu überzeugen, dass der Betrieb einer Tennishalle auch ohne Zuschüsse der Stadt wirtschaftlich durchgeführt werden könne. Mit Bankkrediten, Darlehen und Bürgschaftszusagen einiger Mitglieder wurde die Finanzierung sichergestellt und der Vorstand wurde von der Mitgliederversammlung beauftragt, den Ankauf eines Grundstücks und den Bau der Halle nun endgültig in Angriff zu nehmen.

Da Gerd Hirche aus beruflichen Gründen 1993 als Zweiter Vorsitzender den Vorstand verlassen musste, übernahm Gerd Gerdes dieses Amt. Im Sommer 1994 kaufte der TKN ein Areal von rund 3000 m² hinter dem damaligen Rüstringer Hof (heute Restaurant/Hotel „Bei Sakis“) und begann zügig mit dem Bau einer 2-Feld-Tennishalle mit 3 Squash-Boxen und einen Restaurant im Obergeschoss.

Am 22. April 1995 wurde die Einweihung mit einer kleinen Feier begangen. Die Baukosten beliefen sich auf über 2.000.000 DM – viel mehr, als ursprünglich geplant war.

Dieter Auffarth, der seit 1965 amtierende, verdiente Kassenwart schied aus dem Vorstand aus. Er war immer Symbol für das gute finanzielle Gewissen des Klubs, dem er 35 Jahre diente. Gerd Kampen übernahm sein Amt, das seit dem Bau der Tennishalle viel komplizierter und umfangreicher wurde.

Im Jahr 1996 trat Marinus Timmermanns von dem Posten des Ersten Vorsitzenden zurück und übergab sein Amt an Gerd Gerdes. Karl Brandau übernahm neben seiner Funktion als Jugendwart zusätzlich den Posten seines Stellvertreters. Die allgemeine Freude, nun endlich im Besitz einer eigenen Tennishalle zu sein, wurde bald zu einer riesigen Aufgabenstellung für den Verein und besonders für den Vorstand. Es galt, die erheblich über dem angesetzten Limit entstandenen Baukosten in ein neues Finanzierungskonzept zu kleiden. Es galt außerdem, eine Vorstandsmannschaft zu bilden, die den plötzlichen professionellen Bedingungen eines Geschäftsbetriebes entsprechen musste. Eine Aufgabenstellung, die – bei in diesen Jahren besonders knappen Kassen – nicht leicht zu bewältigen war. Alle Bemühungen des Vorstands waren darauf ausgerichtet, den Traditionsverein TKN zu erhalten. Die überwiegende Zahl der Mitglieder erwartete, dass ihre sportliche Heimat erhalten blieb, denn ein Wechsel zu einem anderen Verein war für viele undenkbar. Diese Mammutaufgabe wurde schließlich durch die Gründung einer „Stillen Gesellschaft“ durch engagierte Mitglieder als Kapitalgeber und durch die Einführung einer Umlage für die Mitgliedschaft nur teilweise gelöst. Eine Umschuldung in Vereinbarung mit der kreditgebenden Bank führte zu einer deutlichen Reduzierung des Kapitaldienstes, womit die drohende Insolvenz zunächst abgewehrt werden konnte.

Mix-Turnier zur Saisoneröffnung

Nach all diesen Aktionen stellte Gerd Gerdes sein Amt als Vorsitzender im Jahre 2002  zur Verfügung. Ein Nachfolger fand sich spontan nicht. Erst in einer weiteren Mitgliederversammlung konnte mit Christian Leopold ein neuer Vorsitzender als Interimslösung gefunden werden. Karl Brandau blieb, neben seiner Funktion als Jugendwart, weiterhin sein Stellvertreter. Auch dieser Vorstand musste sich in den kommenden  Jahren mit dem Problemen der Überschuldung des Vereins auseinandersetzen, denn nach dem „Becker-Graf-Boom“ ließ das allgemeine Interesse am Tennisspielen nach. Aufgrund der Überalterung des Klubs wurde die Anzahl der aktiven Mitglieder in diesen Jahren stark reduziert. Verhandlungen mit den Banken und die gemeinsame Findung eines Kompromisses zur Weiterfinanzierung der aufgenommenen Darlehen waren die wichtigsten Aufgaben dieses Vorstandes. Ein neuartiges „Sponsorenmodel“ wurde eingeführt. Die Interimszeit für diesen Vorstand endete im Jahre 2005. Seit dieser Zeit besteht der Vorstand des Klubs aus Oliver Wölbling (Präsident), Karl Brandau (Sportwart und Zweiter Vorsitzender), Michael Eppler (Finanzwart), Rolf Hübler und Kerstin Eppler (Jugendwarte), Martin Freese (Squash), Gregory Grodek (Technik), Aenne Schau (Protokoll) und Steffen Trumpf (Öffentlichkeitsarbeit). Seit der Jahreshauptversammlung im Juni 2009 ist außerdem Thmoas Schramm als Fachwart für Veranstaltungen im Vorstand vertreten.

Karl Brandau

Der seit dem Jahre 1981 unermüdlich tätige Karl Brandau hat dem überalterten Klub zu einer erfolgreichen Jugendarbeit verholfen. Die beeindruckende Bilanz seiner ehrenamtlichen Tätigkeit liest sich wie folgt:

  • 1982 - 1984 stellvertretender Jugendwart
  • 1984 – 2001 Jugendwart
  • 1996 – 2001 Jugendwart und zweiter Vorsitzender
  • 2001 – 2002 zweiter Vorsitzender und technischer Fachwart
  • 2002 (März bis Oktober) kommissarischer 1. Vorsitzender
  • 2002 – 2007 zweiter Vorsitzender und Sportwart

Darüber hinaus ist er seit dem Jahre 2000 Kreisvorsitzender des Niedersächsischen Tennisverbandes (NTV). Er wurde mit der bronzenen Ehrennadel des NTV (Kreis Wesermarsch) ausgezeichnet und erhielt im Dezember 1997 die Ehrenplakette in Bronze der Stadt Nordenham für seine besonderen Verdienste und Leistungen um den Sport.

Teilnehmerfeld Junioren U9

Der im Jahre 1998 ins Leben gerufene „Klaus-Stüdemann-Cup“ – großzügig jedes Jahr unterstützt von dem gleichnamigen Bauunternehmer – ist seiner Initiative zu verdanken und wird von Brandau jährlich als Turnierleiter organisiert. Mit bis zu 150 teilnehmenden Kindern ist es das größte Tennis-Kleinfeldturnier in Norddeutschland und erfreut sich über die Grenzen der Wesermarsch hinaus einer außerordentlich großen Beliebtheit bei den jungen Spielern und deren Eltern.

 

2013 wechselte nach 15 Jahren, für die wir sehr dankbar sind, der Hauptsponsor unseres Kleinfeld-Turniers. Nun werden wir diesbezüglich von Axel Auffarth unterstützt und das Turnier heisst ab jetzt "Auffarth-Cup".